Wie viele Karten muss ein „richtiges“ Kartenset eigentlich haben?
Das hängt davon ab, welche Art von Karten gemeint ist.
Tarot folgt traditionell einem System aus 78 Karten.
Ein eigenes Orakel muss diese Zahl nicht übernehmen.
Seine Kartenanzahl kann direkt aus dem inneren Aufbau entstehen.
Vier Gruppen mit jeweils zehn Karten ergeben vierzig.
Sechs Gruppen mit jeweils sechs Karten ergeben sechsunddreißig.
Ein System rund um Elemente und ihre Verbindungen kann wiederum eine völlig andere Anzahl benötigen.
Die Zahl ist also nicht automatisch zufällig, nur weil sie nicht aus einer Tradition stammt.
Zuerst braucht ein Kartenset eine eigene Welt
Bevor die Anzahl feststeht, sollte klar sein, worum es überhaupt geht.
Welche Situationen soll das Set beschreiben?
Welche Sprache verwendet es?
Welche Themen gehören hinein?
Und welche nicht?
Ein humorvolles Dorforakel sollte anders klingen als Schattenkarten.
Ein Mafia-Orakel braucht eine andere Stimme als Elementarkarten.
Sonst ändern sich nur die Bilder, während alle Karten dasselbe sagen.
Jede Karte braucht einen eigenen Platz
Bei der Entwicklung kommt schnell vor, dass zwei Karten fast dieselbe Bedeutung haben.
Nur um eine bestimmte Gesamtzahl zu erreichen, beide zu behalten, macht ein Set selten besser.
Jede Karte sollte einen eigenen Teil zur Sprache des gesamten Systems beitragen.
Auch der gemeinsame Ton gehört zum System
Ein Kartenset ist mehr als eine Sammlung interessanter Titel.
Die einzelnen Karten sollten zusammengehören.
Sprache, Humor, Ernsthaftigkeit und Aufbau schaffen eine gemeinsame Identität.
Tarot besitzt dafür einen traditionellen Rahmen.
Ein Orakel kann seinen eigenen entwickeln.
Und genau deshalb müssen nicht alle Orakelkarten gleich aufgebaut sein.